Ein offenes Wort

Unser Ferienhaus ist wahrscheinlich das einzige im Internet angebotene Ferienhaus, das nicht nur Sonnen- sondern auch Schattenseiten besitzt. Zumindest haben wir bisher in noch keiner Beschreibung eines von uns gemieteten Ferienhauses vorher die Schattenseiten eines Hauses genannt bekommen. Diese erfährt man meistens durch Bewertungen oder eben erst wenn man selbst dort war.

Wir möchten nicht, dass Sie mit falschen Vorstellungen unser Haus buchen und nachher evtl. enttäuscht sind, deshalb versuchen wir alles umfassend und ehrlich zu beschreiben, damit Sie sich vor Ihrer Buchung ein umfassendes Bild von Ihrer Ferienunterkunft machen können. Dabei können wir natürlich nur von uns und dem Feedback von Leuten ausgehen, die bisher dort waren. Wie andere das beurteilen, können wir nicht voraus sehen, denn es ist unglaublich wie unterschiedlich ein und die selben Dinge gesehen oder empfunden werden.

Bedenken Sie, dass Sie ein Haus in ca. 500m Höhe im Campo buchen. Wenn Sie Trubel, Restaurants, Geschäfte oder Strände in unmittelbarer Nähe wollen, ist es besser Sie mieten ein Haus direkt an der Küste. Für uns war die Ruhe und Abgeschiedenheit das Kaufargument, da man das heutzutage kaum noch findet.

Die Abgeschiedenheit bringt es mit sich, dass natürlich auch keine Nachbarn vorhanden sind, sollten Sie also ängstlich sein und sich dann evtl. einsam fühlen ist unser Haus nichts für Sie.

Die Anfahrt zum Haus führt von der Abfahrt Rincon de la Victoria über Benagalbon Richtung Moclinejo. Nach Benagalbon wird die gut ausgebaute Straße dann ziemlich kurvenreich. Kurz nach Moclinejo geht es dann nach einer um 180 Grad scharfen Kurve noch einmal etwas steiler hoch. Es folgt ein ca. 1,5km langer betonierter Weg. Das letzte ca. 1,5km Stück ist der Weg dann nicht mehr betoniert und an einigen Stellen auch holprig. Gerade wenn man selbst Stadtbewohner ist, ist der Weg vielleicht gewöhnungsbedürftig. Sobald Sie aber die Einfahrt erreicht haben und den Anblick des Hauses und die Aussicht genießen, ist der Anfahrtsweg schon wieder vergessen. Nach ein paar Fahrten hat man sich daran gewöhnt. Ein Allradantrieb ist aber nicht notwendig, wir selbst mieten in der Zeit, die wir dort verbringen einen Wagen der Kompaktklasse. Das ältere Ehepaar von denen wir das Haus erworben haben, hatte dort seinen dauerhaften Wohnsitz und nutzte die Straße täglich ohne Probleme. Ein Auto ist aber zwingend notwendig.

Die Rückmeldungen der bisherigen Gäste waren ziemlich unterschiedlich- von überhaupt nicht der Rede wert über interessant – gewöhnungsbedürftig bis abenteuerlich. Probleme hatte aber bisher niemand. Die unterschiedlichen Empfindungen werden wahrscheinlich aber auch von der Jahreszeit, des Fahrzeugs und der Fahrzeugbelegung abhängen.

Wir haben selbst schon Häuser angeschaut bei denen von einer kurzen guten Zufahrt gesprochen wurde, die dann aber über lange halsbrecherische, an Abhängen entlang führende Wege führten. Das ist hier definitiv nicht der Fall.

Campo - Was versteht man darunter?

Mit dem Wort „Campo“ meint man das wohnen auf dem Land also außerhalb eines Dorfes oder einer Urbanisation. In Deutschland könnte man auch „in der Pampa“ sagen. Die Wege zu den Häusern sind meist unbefestigt und werden oft in Eigenregie unterhalten. Natürlich sind sie bei Nacht auch nicht beleuchtet. Für die Einheimischen sind sie normal. Für uns Mitteleuropäer ist das natürlich erst einmal ungewohnt. Wenn man sich aber etwas daran gewöhnt hat kann es sogar ein bisschen Spaß machen (wenn man es nicht eilig hat, wir sind ja im Urlaub) Im Winter, oder wenn es länger sehr stark regnet, kann das fahren schon etwas schwieriger werden, wir haben es aber selbst auch erst einmal erlebt.

Im Campo gibt es auch keine Müllabfuhr. Für den Müll stehen an der Straße verschiedene Behälter bereit und auf dem Weg zum Einkauf oder Ausflug wirft man seinen Müll dann dort hinein.

Im Campo leben natürlich auch alle möglichen Tiere. Wenn es besonders heiß ist, suchen vor allem Wespen im Hochsommer sehnsüchtig nach Wasser und der Pool bietet da eine willkommene “Abkühlung”. Dagegen kann man wenig unternehmen. Sie sollten darauf achten möglichst keine Wasserhähne außen tropfen zu lassen. Geckos kann man auch sehr häufig auf der Jagd beobachten, wenn man mit Licht auf der Terrasse sitzt, da dann die Fliegen für die Geckos eine willkommene und leichte Beute sind. Auch Moskitos und sonstige Mücken werden Sie im Sommer hier voraussichtlich antreffen und da bleibt der ein oder andere Stich nicht aus. Hilfreich hier Mückenschutz (z.B. Autan) und einen der in den meisten Supermärkten angebotenen Verdampfer. Gesehen wurde auch schon einmal ein Fuchs, der Abends seinen Durst im Pool stillte. Und eine ca. 80cm lange Schlange haben wir schon gesichtet, die hatte aber wahrscheinlich mehr Angst als wir.

Wenn Sie also mit den zu erwartenden Begegnungen Probleme haben empfehlen wir Ihnen, nicht in Andalusien und schon gar nicht in der freien Natur Urlaub zu machen, viele Gäste kommen ja aber gerade deshalb.

Ein Tipp von uns: Versuchen Sie alles etwas entspannter zu sehen, passen Sie sich dem andalusischen Leben und Mentalität ein wenig an und Sie werden hier bestimmt einen tollen Urlaub verbringen und wahrscheinlich wiederkommen wollen.